Erfahrungsbericht nach 2 Jahren Ein Kurs in Wundern

On 28. Dezember 2016 by Admin

Dieser „Erfahrungsbericht nach 2 Jahren mit Ein Kurs in Wundern“ ist eine Fortsetzung des „Erfahrungsberichts nach 1 Jahr „Ein Kurs in Wundern. Dieser Erfahrungsbericht soll dazu dienen, ihnen einen Einblick darüber zu geben, wie die Berichtigung falscher Gedanken funktioniert und welche Veränderungen sich daraus ergeben haben. Da das Lernen weitergeht, ist es eine Zeitaufnahme für all diejenigen, die ebenfalls gerade sehr ehrlich an sich arbeiten und gerade die ein oder andere unangenehme Lernsituation erleben. Es soll eine Motivation darstellen dran zu bleiben. Viel Erfolg und viel Spaß beim Lesen meines Erfahrungsberichts über mein 2. Jahr!

Meine Erwartungen an das 2. Kursjahr

Nachdem ich das 1. Kursjahr abgeschlossen hatte, war ich sehr neugierig, was da noch alles kommen wird. Einerseits war immer wieder noch der Zweifel und die Unsicherheit da, ob ich die Lektionen und die Berichtigung korrekt durchführe, da meine Wahrnehmung der Welt noch ziemlich viel Schuld, Angst und Bedrohung enthielt. Jedoch flackerte jeden Tag immer wieder die wahre Wahrnehmung durch und dies bestärkte mein Engagement ungemein. Ich hatte ja überhaupt keine Vorstellung, welche Geschenke im 2. Kursjahr auf mich warten sollten.

Rückblick auf das 1. Jahr

Wenn ich jetzt auf das 1. Jahr zurückblicke, dann könnte man sagen, dass ich im 1. Jahr nicht wirklich glauben konnte, dass das wirklich stimmt, was da im Kurs steht. Und das mir das gelingt, es wirklich in die Praxis zu meiner Erfahrung überleiten zu können und die Früchte daraus ernten zu können. Es hörte sich einfach zu schön an, um wirklich wahr zu sein und zu meiner Wirklichkeit war es gerade im 1. Jahr noch nicht wirklich geworden. Um es vielleicht durch ein Beispiel zu erläutern:

Angenommen es wird ein Haus gebaut und mehrere Leute sind zusammengekommen, um es in die Tat umzusetzen. Ein Bauleiter, ein Polier, mehrere Maurer, mehrere Hilfsarbeiter und dann ist da noch das Nachbarskind, das sich sehr für den Vorgang interessiert und fragt ob es ein bisschen mithelfen darf. Dieses Nachbarskind war ich in meinem 1. Kursjahr. Ich durfte mich auf der Baustelle aufhalten, ein paar Nägel aus den Brettern rausziehen, Getränke für die Arbeiter bringen und ich durfte am Abend mit essen mit den Arbeitern.

Genauso war es im 1. Jahr beim Kurs. Anscheinend war soviel Verunsicherung in mir vorhanden, dass sich so viele Schichten auflösen mussten, um das Vertrauen zu entwickeln, was ich wirklich bin. Mein bisheriges Leben lang hatte ich pausenlos an einem EGO-Selbstkonzept von mir gearbeitet, das einfach nur Angst in verschiedensten Formen beheimatete (Wut, Aggression, Traurigkeit, Müdigkeit, Langeweile, Stolz, Angst, Nervosität, Sorge, Verlustangst, Alleinesein, Einsamsein, Hilflosigkeit, Beschuldigung, Verletzung, Enttäuschung, Krankheit, Ärger, Eifersucht, Neid, Haben-Wollen, Bestätigung-haben-wollen, Liebe-haben-wollen, Anerkennung-haben-wollen, und hunderte andere Formen der Angst.) Sogar meine Liebe, Anerkennung, Freude, Spaß, Mitgefühl, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft enthielt bei genauer vergebender Betrachtung pure Angst und war absolut unehrlich. Das 1. Jahr war wie das Lehrjahr eines Lehrlings, der überhaupt keine Ahnung vom Leben hat.

Ich habe beim Lesen meines Erfahrungsberichts nach 1 Jahr Kurs festgestellt, dass ich sehr euphorisch geschrieben habe. Das war wahrscheinlich deshalb, weil ich einfach überwältigt war, als ich nur ansatzweise feststellte, welche Macht in meinen Gedanken und meinem Geist steckt, wenn ich mich gegen die Angst entschied. Und genau dann passierten die Wunder, von denen der Kurs spricht. Da hatte ich aber noch überhaupt keine Ahnung, was im 2. Jahr passieren sollte.

Was ist im 2. Jahr anders?

Die bessere Frage wäre: was war gleich? Nichts! Es war alles anders! Teilweise verstand ich die Lektionen erst im 2. Jahr zum ersten Mal wirklich. Auch beim Lesen des Textbuches brauchte ich nahezu ein ganzes Jahr, bis ich aus den Wörtern schlau wurde. Die Sprache, die Formulierungen und die völlig konträren Bedeutungen meiner bisherigen Bedeutungen mussten erst mal einsickern. Ich habe sowas noch nie zuvor in meinem Leben gelesen. Es war oft enorm anstrengend nur 1 Seite zu lesen.

Immer wieder dachte ich mir, das kann kein Mensch geschrieben haben, weil das kann kein Mensch wissen. Wer das alles weiß und im Alltag umsetzen kann, ist ewig glücklich und im Frieden. Jedoch um all diese Erfahrungen zu machen, die komprimiert in diesem Textbuch stehen, braucht es hunderte Menschenleben. Mir wurde erst im 2. Jahr so richtig bewusst, wer da im Text- und Übungsbuch die ganze Zeit zu mir spricht.

Oft bin ich minutenlang bei einem Satz hängen geblieben und war einfach nur fasziniert, aber auch irritiert, dass ich nicht selbst darauf gekommen bin, weil es beim Lesen einfach so offensichtlich wurde und ich es mein ganzes Leben lang übersehen hatte.

Im 2. Jahr wurden einige Schleier gelüftet, von denen mein Ego gerne gehabt hätte, dass ich es am liebsten mit ins Grab nehme. Ich erkannte, dass meine schönsten Momente und Erfolge in meinem Leben genau das Gegenteil waren.

Im Anschluss habe ich nun einige Punkte gesammelt, wo die Veränderungen mehr als augenscheinlich für mich und für mein Umfeld waren.

Freunde

Ich habe die meisten freundschaftlichen Beziehungen und Kontakte, die einen Zweck verfolgt haben, denen ich mit ihnen nicht mehr teilen wollte, abgebrochen. Manche sehr direkt, manche einfach auslaufen lassen, manche ruhen und ein paar wenige sind geblieben, die aber in ihrem Zweck völlig verändert wurden. Es sind daraus Lernpartnerschaften geworden, um gemeinsam zu lernen. Diese Freundschaften sind seitdem viel ehrlicher geworden, als ich es vorher kannte.

Der Kurs ist ein Neubeginn und ich wollte mich nicht wegen einem Freund, der hier noch von Krankheit, Leid und Tod träumen will, zum Opfer machen lassen. Teilweise war es für mich selbst eine gehörige Lektion zu akzeptieren, dass sich jemand wirklich freiwillig für Leid entscheidet. Allerdings habe ich allen Freunden gesagt, dass ich für sie da bin, wenn sie mich wirklich brauchen.

Es hat sich auch dahingehend verändert, dass sich viele Gespräche mit Freunden, die ich in der Zeit vorm Kurs noch gerne geführt habe, jetzt einfach nicht mehr machen würde, weil sie niemanden etwas nützen. Dazu gehört das klassische Auskotzen:

  • wer alles einem etwas Böses angetan hat,
  • wer Schuld daran ist, dass es jemand so und so geht,
  • wer gut ist und wer schlecht ist in dieser Welt,
  • das Gejammer,
  • das Verärgertsein über irgendetwas,
  • Gespräche über Meinungen und das Urteilen über andere Menschen, Situationen und Weltgeschehen

Zeit

Wie verbringe ich meine Zeit? Wenn ich nicht gerade an der FH unterrichte, Seminare leite, oder mich jemand um Hilfe bittet, dann bin ich allein und berichtige den ganzen Tag und oft auch die ganze Nacht, wenn ich nicht schlafen kann.

War es im 1. Jahr noch sehr ungewohnt zu vergeben und zu berichtigen, ist es für mich nun ungewohnt es nicht zu tun. Ich lese Zeitungen vergebend, ich führe Unterhaltungen vergebend, ich esse vergebend. Ich fahre vergebend mit dem Auto usw. Es ist zu meiner einzigen Funktion hier geworden. Habe ich früher noch kaum ohne Unterhaltung, Zeitung oder Fernsehen essen wollen, ist es jetzt genau umgekehrt. Ich brauche auch kein Radio mehr beim Autofahren.

Früher war es für mich oft schwierig, wenn ich 3 bis 4 Tage keinen einzigen Termin und nichts geplant hatte. Jetzt ist es zum Standard geworden, dass ich nichts geplant habe. Ich lasse mich führen und der Tag füllt sich ohnehin. Durch die Berichtigung gibt es eigentlich kaum Leerlaufzeiten, weil einfach in jedem Moment soviel passiert.

Anstatt dem Gedanken: „warum meldet sich niemand bei mir, oder warum will niemand mit mir was machen“ hat sich folgender Gedanke etabliert und er fühlt sich eindeutig friedlich an: „Ich bin dankbar dafür, dass alle auch ohne mich sehr gut zurecht kommen.“ Denn die, die mich brauchen, kommen ohnehin in mein Leben. Auf das kann ich vertrauen.

Was zu einem fixen Bestandteil in meinem Leben geworden ist, sind die Sessions von Michael Ostarek. Ich höre mittlerweile seit fast 2 Jahren tagtäglich die Morgen- und Abendsession von ihm. Ich lade sie mir jedoch runter, weil ich sie gerne während dem Autofahren, bei Spaziergängen, beim Sport und überall wo es möglich ist, höre. Die Sessions liefern mir viel Möglichkeit meine Gedanken zu finden, die zu berichtigen sind.

Die Kombination den Kurs selbst jeden Tag im Textbuch zu studieren, die Lektionen im Alltag ständig anzuwenden und die Audio-Sessions von Michael zu hören, sind für mich zu meiner Funktion hier geworden. Wenn man den Kurs eine Weile lang macht und klar im Geist geworden ist, dann ergibt es sich quasi von selbst, was man hier zu tun hat.

Coaching

Ich nenne es Coaching. In Wirklichkeit führe ich diejenigen, die mich um Hilfe bitten, dorthin, wo sie selbst nicht gesucht haben, um sich vom Leid und Schmerz zu befreien. Natürlich nur, wenn sie das selbst wollen. Ich ruhe und warte bis mich jemand darum bittet, ansonsten berichtige ich es ausschließlich in meinem Geist. War es im 1. Kursjahr noch eher beiläufig, dass Menschen meine Hilfe gesucht haben, wurde es ab dem 2. Kursjahr mehr. Und sie kamen von überall her.

Und mit jedem heilte etwas in mir mit. Das Coaching gab mir sehr viel Anlass zu berichtigen. Oft berichtigte ich lange nach einem Coaching mit einem Klienten, weil seine Wahrheit auch meine Wahrheit ist. Wir erkannten beide.

Vertrauen

Mein Vertrauen in den Kurs steigerte sich immer mehr, weil es immer wie mehr zu meiner eigenen Erfahrung wurde. Gerade in den ersten Monaten war soviel Unsicherheit und Zweifel dabei und trotzdem erfüllten die Lektionen ihren Zweck.

Im Handbuch für Lehrer steht sehr viel über die Entwicklung des Vertrauens. Und über die Eigenschaften der Lehrer. Je länger ich den Kurs mache, um so mehr wende ich mich dem Handbuch für Lehrer zu. Ehrlich gesagt, kann ich mich noch immer nicht exakt bei den Phasen der Entwicklung des Vertrauens zuordnen, aber ich werde auch hier geduldig weiterlernen.

Verständnis

Obwohl kein Verständnis für das Funktionieren des Kurses notwendig ist, wurde mir im 2. Jahr sehr viel klar, was ich im 1. Jahr einfach nicht nachvollziehen konnte. Es ist einfach alles anders. Ich kann nichts aus meinem bisherigen vergangenen Lernen verwenden. Sobald ich es tat, war ich schon wieder im Urteilen und es funktionierte einfach nicht.

War ich doch im 1. Jahr noch verstärkt dazu verleitet, dass mich andere verstehen, gab ich das spätestens gegen Ende des 2. Kursjahres völlig auf. Es ist unmöglich, dass jemand der den Kurs nicht macht und in der Welt des Urteilens lebt, dich nur ansatzweise versteht, weil es genau das Gegenteil ist, an was er glaubt und was seine Augen sehen und seine Ohren hören. Und Gott sei Dank ist das so. Man stelle sich vor, es gäbe da Überschneidungen, oder Kompromisse. Man wäre wahrhaftig verloren.

Am vielleicht schwersten war es, dies bei nahestehenden Personen zu akzeptieren, wie Eltern, Geschwister, Verwandte, guten Freunden und Menschen, die leiden, aber nicht erkennen, dass sie es selbst verursachen. Sie können mich nicht verstehen, weil sie mich nicht verstehen wollen. Denn wenn sie es wollten, dann könnten sie es, nur dann wäre auch die Grundlage für das Leid und die Krankheit weg. So absurd das klingt, aber Leid und Krankheit will hier kaum jemand wirklich aufgeben, weil er so sehr an das glaubt, was er gemacht hat, auch wenn es Krankheiten und Schmerzen sind.

Ich weiß, dass es schwer nachvollziehbar ist, aber wenn mich Menschen um Hilfe baten, die schwere Krankheiten bei sich ausagieren und ich ihnen dann die Frage stellte, was wäre wenn die Krankheit morgen weg wäre, vielen machte das mehr Angst, als weiterhin mit der gewohnten Symptomatik dahin zu vegetieren. Es ist wirklich eine verrückte Welt, wenn man durch die Vergebung auf dieses geträumte Elend drauf schaut, in dem sich die meisten befinden und dann auch noch dieses Elend als Liebe, Freude, Spaß, Genuß usw. bezeichnet. Ich gehörte definitiv dazu und glaubte wirklich, dass ich wüsste was Liebe, Freude, Spaß und ein schönes Leben wäre. War ich ein Tor!

Bücher

Ich habe hunderte Bücher weggeschmissen. Es ging einfach nicht mehr. Wenn man die Wahrheit einmal gesehen hat, will man Bücher nicht mehr lesen, die so eindeutig die Unwahrheit lehren, dass reflexartig die Berichtigung anspringt. Das Wegwerfen war dann gar keine große Sache mehr. Ich konnte im 2. Jahr auch kaum Filme ansehen. Nach spätestens 10-15 Minuten wurde mir so langweilig, dass ich abdrehte, oder einschlief.

Wenn man durch Vergebung bemerkt, dass hier alle, meine Person eingeschlossen träumen, dann macht das absolut keinen Sinn auch noch im Traum einen weiteren erfundenen Traum (=Kinofilm) zu träumen. Das war dann sogar mir zuviel der Illusion. Es fühlte sich einfach wie Zeitverschwendung an. Warum für Kino bezahlen, wenn der Film in dieser Welt 24 Stunden pro Tag nonstop lebensecht läuft. Und die Täuschung ist perfekt. Sogar die Zeitungen schreiben am nächsten Tag, was in diesem Film (namens Leben) passiert ist.

Gespräche

Ich habe ganz selten ein persönliches Bedürfnis auf Gespräche, außer jemand benötigt wirklich meine Hilfe. Alles andere hat für mich einfach keine Bedeutung mehr. Ich führe keine Meinungsgespräche, Diskussionen über irgendwelche Sachverhalte. Mich interessiert das ehrlich gesagt nicht mehr. Viel öfter berichtige ich sofort meine Gedanken, die ich einem anderen mitteilen möchte und sobald ich fertig berichtigt habe, ist das Bedürfnis weg.

Im 2. Jahr haben mich ein paar Leute kontaktiert, die mein Erfahrungsbericht angesprochen hat. Ich habe natürlich ihre Fragen beantwortet, jedoch sobald ich gemerkt habe, dass wir uns im Gespräch verzetteln und ins Philosophieren über den Kurs kommen, habe ich die Gespräche freundlich aber bestimmt beendet. Es ist mir ehrlich gesagt zu schade, damit seine und meine Zeit zu vergeuden.

In der Familie nehme ich an Familienfeiern teil, jedoch ist meine Anwesenheit zeitlich sehr begrenzt. Wenn mich in der Familie jemand braucht, dann wissen alle, wo sie mich finden können. Ich sehe aber keinen Sinn stundenlang bedeutungslose Dinge zu besprechen, auch wenn es meine eigene Familie ist. Wozu soll das dienen? Wem nützt das wirklich? Seit über 30 Jahren nehme ich nun schon an solchen Familienfeiern teil und es hat sich an den Gesprächen nichts geändert. Immer noch dieselben Gespräche über Krankheit, Leid und Tod. Und noch immer passiert bei solchen Anlässen keine Heilung. Genau das Gegenteil ist der Fall, das Leid wir verstärkt und wirklich gemacht.

Reisen

Derzeit reise ich noch sehr viel, weil mir meine Selbstständigkeit dazu die Möglichkeit bietet. Ich nutze meine Reisen nicht mehr so sehr, um mir Dinge anzusehen, sondern um an einem Ort zu sein, wo ich meine Vergebung ausdehnen kann. Manchmal bleibe ich wochenlang an einem Ort, im selben Hotel und dann wieder lasse ich mich an irgendwelche Orte führen.

Im Dezember verbringe ich meist 3 Wochen in Asien. Ich bin jetzt soeben wieder von dieser Reise zurück gekehrt und auch diesmal war Stille ein wichtiger Punkt. Ich führte in den 3 Wochen bis auf ein Coaching keine längeren Gespräche. Außerdem wüsste ich auch gar nicht, warum und mit wem ich längere Gespräche führen sollte.

Auch wenn es überhaupt nicht notwendig ist an einen anderen Ort zu fahren, um die Vergebung auszudehnen, ist es faszinierend, dass dich dort ebenso wie in deinem Heimatort die Leute suchen, die dich brauchen.

Andere Kursschüler

Im Zuge meines Lernens von Ein Kurs in Wundern begegneten mir immer wieder andere Kursschüler. Einige davon machten den Kurs schon seit sehr langer Zeit. Meine Vorstellung davon war jedoch, dass diese Kursschüler schon sehr weit sein müssten. Doch habe ich auch in dieser Situation meine Lektion lernen müssen. Wir können nicht beurteilen, wie weit ein Kursschüler ist und ob er überhaupt den Kurs richtig macht. Des weiteren wissen wir nicht, ob er wirklich den Zeitpunkt für sich gewählt hat. Es ist auch nicht unsere Verantwortung, das zu beurteilen.

Mich hat das zwischendurch sehr frustriert, weil es mich so enttäuscht hat, wenn mir andere Kursschüler über den Weg gelaufen sind und an Themen laboriert haben, die so offensichtlich waren und es einfach nicht sehen wollten, oder konnten. Ich musste da in mir sehr viel Groll in meinem Geist berichtigen, weil da sehr viel von meiner Angst hochkam, dass ich unter Umständen das gleiche Schicksal erleiden könnte.

Wenn ich feststelle, dass die Vergebung nicht vollständig ist, weil ich die Wirkungen der Vergebung (Frieden, Ruhe, Freude) nicht spüre, dann helfe ich mir selbst durch THE WORK, um Gedanken zu finden, die noch in meinem Geist versteckt sind und mir den Frieden vorenthalten. Wenn dir diese Methode nicht viel sagt, hier ist ein Erfahrungsbericht nach 3 Jahren mit THE WORK von Byron Katie. Ich habe bereits 3 Jahre vor dem Kurs mit dieser Methode sehr hilfreich gearbeitet und diese Fragen lassen sich auch bei meinen Klienten sehr gut einsetzen, um die Ursache zu finden und berichtigen.

Gerade weil ich mich sehr viel in Kaffeehäusern und Restaurants aufhalte, und oft den Kurs dabei habe und darin lese, werde ich doch recht häufig auf das Buch angesprochen. Und gar nicht so wenige besitzen selbst den Kurs, oder haben schon mal darin gelesen. Du wirst feststellen, dass die wenigsten den Kurs wirklich machen. Viele werden sehr geübt mit den Begriffen im Kurs jonglieren können und dir tolle Vorträge halten über den Kurs, aber spätestens wenn sie einen Anruf bekommen, oder mit dem Kellner zu tun haben, kannst du feststellen, ob er das auch anwendet was er sagt.

Wie bereits oberhalb erwähnt, habe ich genau aus diesem Grund aufgehört, über den Kurs zu diskutieren, weil es einfach schade um die Zeit ist. Es ist niemanden geholfen und weil es auch nicht darum geht jemanden zu beeindrucken. Aber ich habe in diesem Fall auch mein Lehrgeld bezahlt in den ersten beiden Jahren, weil ich einfach so beeindruckt war von diesem Ding.

Weltgeschehen

Es ist auch in diesem Jahr wieder sehr viel an Krankheit, Leid und Tod in der Welt passiert, wenn man sich die Zeitungen so ansieht. Haben mich zu Beginn des Jahres noch einige Ereignisse ziemlich aufgerüttelt, wurden die Lernerfahrungen durch die Praxis der Vergebung immer realer. Ich habe mich auch bei meinen Reisen bewusst Situationen gestellt, denen ich vorher immer wieder aus dem Weg gegangen bin.

Das nahm ich gar nicht als Herausforderung wahr, da die Vergebung mich einfach dorthin geführt hat und mir oft hinterher bewusst wurde, über welche vergangene Hürde ich da jetzt drüber gesprungen bin. Ich habe immer wieder berichtigt und berichtigt. Und die Wirkungen (Verärgung, Wut, Verletzung, Krankheiten, Bedrohungen usw.) sind teilweise ganz vergangen, oder nur in abgeschwächter Form aufgetreten.

Krankheiten

Das war für mich ein besonders heikles Thema, weil ich doch 20 Jahre lang chronische Bronchitis hatte und mir kein Mensch helfen konnte. 4-5 mal pro Jahr konnte ich einkalkulieren. Jedes Mal ca. 1-2 Wochen im Bett zu verbringen. Vor jedem Urlaub und wichtigem Ereignis hatte ich Panik, hoffentlich bleibe ich gesund. Diesmal habe ich das ganze Krankheitsthema völlig durch vergeben und was da alles hervor gekommen ist, war augenöffnend.

Ich habe mir in meiner Angst und durch meine Angst unbewusst immer wieder Krankheit gewünscht, weil ich dadurch Aufmerksamkeit, gutes Essen, Ruhe, musste nicht arbeiten usw. bekam. Doch auch in diesem Jahr kamen die Symptome und ich berichtigte und ging nicht ins Opfer, sondern tat genau das Gegenteil, ich arbeitete und wenn nur für 10 Minuten. Im letzten Jahr hatte ich 2-3 mal 1 Tag lang die Symptome.

Es war eine große Befreiung, als ich bemerkte, dass ich mir das alles selbst gewünscht habe und das ich mit dem Selbst-Wünschen auch wieder selbst aufhören kann. Aber darauf bin ich nur durch die Berichtigung meiner Gedanken gekommen.

Körper

Ein ebenfalls wesentliches Thema war für mich der Körper. Die Verkörperung des EGOS. Mein ganzes Leben lang achtete ich auf Ernährung, machte jeden Tag Sport, fastete und führte ein sehr „gesundes“ Leben. Ich wusste nicht, dass gerade das, mein größtes Problem sein sollte.

Meine Urteile über Ernährung sorgten dafür, dass es gesunde Ernährung gibt, aber auch Ernährung die mir schadet. Meine Urteile über Körper sorgten dafür, dass es gesunde Körper gibt, aber auch welche die ungesund sind.
Meine Urteile über Sport sorgten dafür, dass es sportliche, gesunde und attraktive Menschen gibt, aber es auch unsportliche Menschen gibt, die nicht attraktiv sind und keinen schönen Körper haben.

Es ist Wahnsinn, wie wahnsinnig mein Denken war. Durch meine Urteile habe ich Lebensmittel erschaffen, die mir schaden können und sollten, anstatt die Vergebung darauf ruhen zu lassen, dass mir jedes Lebensmittel zum besten dienen wird. Als ich meine Fehler erkannte, habe ich die Vergebung darauf ruhen lassen und folgendes ist passiert:

  • 15 Jahre lang machte ich jeden Tag 1 Stunde Sport und von heute auf morgen hörte ich damit auf.
  • Noch dazu kam, dass ich begann wieder alles zu essen von dem ich dachte, dass es mir schaden würde. Pommes, Schnitzel, Fleisch, Schokolade, Süssigkeiten, Cola usw. Ich schloss Frieden mit meinen Urteilen über schlechte Ernährung und begann sie zu integrieren.
  • Spannend war, dass ich trotz Einstellung des Sports und Veränderung meiner Ernährung nur marginal von 65 auf 68 kg zugenommen habe.
  • Begleiterscheinung: alle Probleme mit Lebensmitteln sind verschwunden. Keine Blähungen, keine Unverträglichkeiten, nichts mehr! Was habe ich in meiner Angst laufenderweise Kilometer abgespult und zwanghaft Fettränder beim Schinken weggeschnitten. In der Angst habe ich das alles nicht gesehen, was die Vergebung frei gelegt hat.

Aussehen

Was ich im 1. Jahr noch nicht so wahrgenommen hatte, ist im 2. Jahr einfach passiert. Ich war immer schon sehr eitel über mein Aussehen und was andere darüber sagen. Was dabei meiner Aufmerksamkeit völlig entgangen ist war, dass mir Bekleidung zunehmend unwichtig wurde und ich mich von sehr viel Bekleidung getrennt habe. Ich habe teilweise Kleidungsstücke angezogen, die ich schon seit Jahren nicht mehr getragen habe.

Der nächste Punkt war dann, dass ich die Friseurin gebeten habe, mir spontan eine Glatze zu schneiden. Die Wirkungen auf mein näheres Umfeld waren etwas gemischt. Ich habe ein paar Tage gebraucht, bis ich mich damit abgefunden habe. Die Reaktionen der Leute geben sehr viel Möglichkeit zu vergeben, soviel kann ich verraten.

Dann kam der Vollbart. Aber diese ganzen Experimente mit dem Aussehen und dem Körper zeigte folgendes Bild. Und wenn ich noch so dumm aussah und mich viele mit komischen Blicken anstarrten, gab es immer auch jene, die voll auf das abfuhren, was die Masse an mir kritisierte.

Beziehungen und Fortgehen

Seit dem Kurs, wie oben geschildert, gehe ich auf kaum auf jemanden mehr zu. Ich trete auch hierbei zurück. Seit dem sind Frauen in mein Leben gekommen, die hätte ich niemals im Leben angesprochen oder für mich ausgesucht.

Ich ging im ersten Jahr des Kurses ganz wenig bis nie am Abend weg. Ich hatte überhaupt kein Bedürfnis. Ich berichtigte immer wieder auch dieses Thema.

Auf einmal im Juni begann ich ca. 70 Tage durchgehend jeden Tag bis in der Früh wegzugehen. Meist kam ich um 5 Uhr in der Früh heim, machte die Morgenlektion und ging arbeiten, oder schlafen. Ich wurde nicht müde und hatte kein Schlafbedürfnis. Ich war in diesen 70 Tagen so ziemlich bei jeder Veranstaltung, die innerhalb eines Radius von 150 km stattfand und wo mich irgendjemand dazu eingeladen hat. Und wenn es nur ein Postwurfzettel war.

Ich berichtigte auch dort die ganze Zeit. Alles kam bei diesen Veranstaltungen, Diskos und Zeltfesten hoch. Die Themen drehten sich um Dates, Beziehungen, Ablehnungen, Sexerfahrungen, Tanzen, Liebe, Freundschaften usw. Meist stand ich nur da mit einem Getränk in der Hand und berichtigte bis in die frühen Morgenstunden, alles was ich sah, alles was ich hörte, alles was ich roch, alle meine Gedanken, einfach alles.

Oft stand ich stundenlang alleine herum und war total glücklich. Ich freute mich so für die anderen, die gerade mit einer Frau knutschten, oder sich beim Tanzen amüsierten. Es war eine Freude, die ich in dieser Form nicht kannte. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich so eine Freude jemals in einer Liebesbeziehung gespürt hätte. Es war so eine ehrliche Freude, ohne etwas zu brauchen.

Und natürlich haben mich auch sehr viele in diesen 70 Tagen gesucht und gefunden. Mit einigen habe ich geredet, mit einigen habe ich Zeit verbracht, mit einigen habe ich getanzt und mit manchen bin ich zufällig über den Kurs zu sprechen gekommen. Und manche haben sich dann den Kurs gekauft und sind Kursschüler geworden.

Ich habe mich bei denen, die mit dem Kurs dann wirklich begonnen haben, aber eher zurück gezogen und sie einfach den Kurs machen lassen. Ich wollte nicht zu jemand werden, der mit ihnen dann ständig über den Kurs spricht. Ich bin für sie da, wenn sie mal irgendwo festhängen, aber eher bedarfsorientiert.

Ehrlich gesagt musste ich auch sehr viel Leid und Verzweiflung berichtigen, dass ich bei diesen Menschen gesehen habe. Nach ca. 70 Tagen endete dieses Experiment. Genauso von 0 auf 100 wie es begonnen hatte. Anscheinend hatte ich die Lektionen gelernt und die Schlafdauer nahm wieder gleiche Ausmaße an wie zuvor.

Beruf

Berufliche Veränderungen hat es bis jetzt noch keine gegeben. Ich bin nach wie vor selbstständig und habe mein Arbeitspensum an das angepasst, was ich wirklich brauche. 90% meiner Zeit widme ich ohnehin der Berichtigung und damit dem Kurs.

Ich hoffe dieser Erfahrungsbericht hat dir in irgendeiner Form gedient.

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