Erfahrungsbericht Eifersucht

On 23. Januar 2017 by Admin

Da sie sich für diesen Erfahrungsbericht „Eifersucht“ interessieren, nehme ich an, dass sie kürzlich in einer Situation waren, wo dieses Gefühl auf einmal aufgetaucht ist und es sich überhaupt nicht gut angefühlt hat. In diesem Erfahrungsbericht zeige ich ihnen, woher dieses Gefühl kommt und was dieses Gefühl mit ihnen macht. Ich werde ihnen natürlich auch zeigen, wie sie sich davon befreien können. Wenn ich ihnen erstmal gezeigt habe, welchen Schaden die Eifersucht in ihrem Leben anrichtet, dann fällt ihnen das Aufgeben ziemlich leicht.

Woher kommt das Gefühl Eifersucht?

Hinter jedem Gefühl, dass sich nicht wie Liebe anfühlt, steckt Angst. In Wahrheit gibt es nur 2 Gefühle. Das eine ist die Liebe und das andere ist die Angst. Das Gefühl der Liebe kennt jeder: Geborgenheit, Frieden, Verbundenheit, Ganzheit, Freiheit, Mitgefühl uvm.

Und dann gibt es dieses andere Gefühl namens Angst. Die Angst aber hat tausende Unterformen und sehr häufig werden einige Formen der Angst mit Liebe verwechselt. Dies zu erkennen, ist ein wesentlicher Punkt. Auf diesen Punkt werde ich noch näher eingehen.

Was genau ist mit Unterformen der Angst gemeint? Damit ist gemeint, dass sich die Angst in verschiedene Kleider einhüllt, um zu verschleiern, dass es Angst ist. Sie tritt auf als sich übertrieben Sorgen machen, übertriebene Vorsicht, alles Rechtmachen-wollen, übertriebene Fürsorglichkeit, Nicht-nein-sagen-trauen, übertriebene Sehnsucht, übertriebenes Anhimmeln, Vergöttern usw. Wenn ich sehr ängstliche Menschen treffe und sie frage, wovor sie Angst haben, dann sagen sie meistens, dass sie vor nichts Angst haben. Diese Menschen glauben das allerdings tatsächlich, weil die Angst sich so geschickt in diesen oberhalb geschilderten Aufzählungen verschleiert, dass man sie nicht direkt erkennen kann. Doch in Wahrheit hat die Angst sie voll im Griff.

Jeder Mensch, der Angst hat ist potentiell gefährlich. Für sich selbst und für andere. Menschen, die Angst haben greifen an. Häufig in verbaler, aber auch in körperlich gewaltsamer Form.

Ich denke, sie wissen bereits aus welcher Quelle die Eifersucht kommt. Ja genau, sie ist eine Unterform der Angst. Anhand des Gefühls können sie bereits erkennen, dass es sich einfach unangenehm anfühlt. Wie wenn dir jemand etwas rausgerissen hat. Abseits der Eifersucht hat die Angst noch viele weitere Unterformen:

  • Wut (Angst nicht das bekommen zu haben, was mir zusteht)
  • Hass (Angst vor der Liebe)
  • Krankheit (Angst vorm Leben)
  • Unehrlichkeit (Angst vor dir selbst)
  • Ungeduld (Angst vorm Leben und mangelndes Vertrauen ins Leben)
  • Unfreundlichkeit (Angst vor der Person)
  • Kritik (Angst vor dem was gesehen wird)
  • Verärgerung (Angst nicht geachtet, gewürdigt, geliebt, gewertschätzt worden zu sein)
  • Neid (Angst zu wenig zu sein oder zu haben)
  • Müdigkeit (Angst etwas unangenehmes zu erleben, zu ertragen, zu sehen müssen)
  • Aggressivität (Angst das ich zu wenig habe oder bekomme)
  • Zorn (Angst das mir das ja nicht noch einmal passiert)
  • Ohnmacht (Angst das nicht ertragen und sehen zu können)
  • Enttäuschung (Angst die Wirklichkeit sehen zu müssen)
  • Depression (Angst vorm Leben)
  • Opfer sein (Angst vor der Verantwortung)
  • Minderwertigkeit (Angst die eigene Stärke zu akzeptieren)
  • und 1000 weitere Unterformen.

Eifersucht macht einen vollkommen verrückt

Sie haben bereits erfahren, woher die Eifersucht kommt. Sie kommt aus der Angst. Aber welche Angst? Wie immer ist die Angst ein perfekter Täuscher. Hinter jeder Eifersucht, steckt ein Minderwertigkeitsgefühl. Und ausgelöst wird dieses Minderwertigkeitsgefühl von einem Gedanken. Hierzu einige Beispiele für Gedanken, die Eifersucht und Minderwertigkeitsgefühle auslösen:

  • Der Mann oder die Frau sieht besser aus als ich
  • Die Schwiegertochter nimmt mir meinen Sohn weg
  • Der hat ein schöneres Auto als ich
  • Der Arbeitskollege bekommt mehr Gehalt als ich
  • Ich bin nicht gut genug für meine Frau/meinen Mann/meinen Job/meine Kinder/meine Eltern usw.

Wenn sie ein Eifersuchtsgefühl spüren, dann können sie davon ausgehen, dass sie sich vollkommen im Opferstatus befinden und Opfer leiden. Warum ist das Thema Eifersucht so ein großes Problem? Ich habe es oberhalb schon kurz erläutert. Die Eifersucht und die dahinter steckende Angst „nicht gut genug zu sein“ machen sie vollkommen unberechenbar für sich selbst und für andere. Wer Eifersucht verspürt, der fühlt sich so dermaßen gezwungen andere und sich selbst anzugreifen, dass daraus ein richtiges Schlachtfeld entsteht.

Sie merken dann nämlich gar nicht, dass sie die Übersicht über die Situation vollkommen verloren haben und beginnen dann einen Kampf zu starten, der nur ihnen schaden wird. Was passiert da? Ich nehme dazu ein ganz einfaches Beispiel:

Ein Pärchen (Adam und Eva) geht abends auf eine Tanzveranstaltung und Eva bemerkt, wie andere Frauen mit ihrem Mann flirten. Wenn jetzt Eva ein Minderwertigkeitsproblem (=Eifersucht) hat, dann könnte es passieren, dass sie beginnt Adam oder die anderen Frauen verbal anzugreifen, oder vielleicht so gar körperlich. In diesem Fall fühlt sich Eva den anderen Frauen gegenüber in irgendeiner Art unterlegen, zu wenig oder unhübsch. Was auch immer. Dieses Gefühl und der vorausgegangene Gedanke machen Eva so dermaßen Angst, dass sie zum Angriff übergeht und dieser Angriff schwächt sie noch mehr. Sie spürt zusätzlich ein Verlustgefühl (z.b. Adam an die anderen Frauen zu verlieren). Ihr Mann bemerkt es und auch die anderen Frauen (auch wenn sie psychologisch) keine Ahnung haben, wissen, dass da bei Eva irgendetwas nicht stimmt. Durch dieses Verhalten wird Eva für Adam dermaßen unattraktiv, weil niemand der im Frieden mit sich ist, so reagieren würde. Auch wenn es Eva gar nicht bewusst ist, so leitet Eva durch dieses Verhalten genau das ein, was sie abwehren wollte. Für Adam beginnen die anderen Damen tatsächlich attraktiver zu werden, weil sie im Gegensatz zu Eva keine Angst verspüren und ihre Wirkung viel natürlicher, einladender und zuversichtlicher ist. Evas Angriffe auf die anderen hingegen und ihr mangelnder Selbstwert lässt sie sehr ängstlich, schwach und völlig unberechenbar erscheinen. 

Wie würde jemand reagieren, der vielleicht früher auch einmal unter Eifersucht gelitten hat, jedoch dieses Gefühl vollständig in sich geheilt hat. Man könnte auch sagen, jemand, der die Angst aufgegeben hat und gegen die Liebe eingetauscht hat. Wie sieht so eine Situation jetzt mit der geläuterten Eva aus?

Eva nimmt es auch jetzt natürlich noch wahr, dass diese Frauen mit ihrem Mann flirten. Jedoch sieht Eva keine Konkurrenz mehr in diesen Frauen, weil Eva weiß, dass sie hier niemanden an sich binden kann und es auch nicht will. Sie hat verstanden, dass das Kontrollieren wollen und besitzen wollen völlig lieblos ist. Und das auch ihr Angriff (andere Frauen, ihren Mann) nicht wirklich eine Sicherheit bieten kann. Obwohl sie ihren Mann natürlich über alles liebt, will sie ihn nicht gegen seinen Willen festhalten. Was in Wahrheit wirklich Liebe ist. Weil niemand der einen bindet und kontrolliert, der liebt wirklich. Es ist in Wahrheit Angst. Die Liebe hingegen ist vollkommen frei. Hinzukommt, dass Eva auch keine Angst mehr vorm alleine sein hat, was ihr zusätzlich hilft, ihr Eifersuchts- und Minderwertigkeitsgefühl loszulassen, weil sie erkannt hat, dass sie ganz ist. Mit oder ohne Partner.

Wie befreie ich mich aus meiner Eifersucht?

Man braucht dazu eine gewisse Ehrlichkeit zu sich selbst. Vor allem müssen sie diesen ganzen Käse, der von ihren Freunden verbreitet wird ad acta legen. So lange sie an den Spruch glauben: „Ein bisschen Eifersucht ist aber gut, weil dann weiß man, das man den anderen liebt!“, wird es für sie schwierig werden. Ich sage ihnen jetzt, was dieser Satz bedeutet: Ich will leiden, aber nicht zu viel bitte! Eifersucht ist in 100% der Fälle immer Angst und Leid.

Egal, wie sie das formulieren oder begründen. Auch wenn es kaum Beziehungen gibt, wo es keine Eifersuchtsprobleme gibt, ist es ein völlig neues Lebensgefühl aus diesem unehrlichen Spiel auszusteigen. Wie geht das?

Ich muss jetzt sehr ehrlich sein, weil das was ich jetzt schreibe ist einerseits für Romantiker ziemlich heftig und andrerseits genau das Gegenteil, was ihnen Beziehungsratgeber und ihre beste Freundin erzählt haben. Und auch das Gegenteil, was sie bei ihren Eltern gesehen haben, weil die haben die genau gleichen Dinge gemacht, den ihre Eltern von deren Eltern und Freunden gelernt haben. Zu diesen Erkenntnissen unterhalb kommt man, wenn man sehr ehrlich zu sich selbst ist:

  • Hören sie auf ihren Partner anzuhimmeln! Das ist Unfug und unehrlich. Er ist auf Augenhöhe mit ihnen und eben nichts besonderes. Auch wenn er super aussieht, super verdient, 10 Jahre älter ist, 10 Jahre jünger ist, viele Freunde hat und sehr beliebt ist. Und wenn schon. Schön für ihn. Er hat großes Glück, er darf mit ihnen eine Weile zusammen sein, wenn es so sein soll.
  • Hören sie auf zu glauben, dass hier irgendjemand besser ist als sie. Das stimmt definitiv nicht. Erstens, woher wollen sie das wissen. Ich, an ihrer Stelle, würde mir selbst nichts glauben, auch wenn ich nur minimal eifersüchtig wäre. Ihre Selbst-Wahrnehmung ist in der Angst katastrophal, um es sehr höflich auszudrücken. Zweitens, wen interessierts ausser ihnen. Der, von dem sie glauben, dass er besser ist, hat noch mehr Angst wie sie. Woher ich das weiß? Ich weiß es. Auch wenn sie mir das (noch) nicht glauben können. Drittens, ist das hier ein Wettbewerb?! Sie müssen niemanden hier etwas beweisen. Und das beste, nicht einmal sich selbst. Aber wenn sie das jetzt schon glauben könnten, dann hätten sie sicherlich nicht diesen Artikel gelesen.
  • Hören sie auf zu glauben, dass sie unbedingt jemand brauchen, um glücklich zu sein. Wie schön muss es sein, mit jemanden in einer Beziehung zu sein, der nicht ständig etwas von einem braucht. Der mit sich selbst gut klar kommt und dem anderen dasselbe zugesteht.
  • Hören sie auf andere schlecht zu machen. Ihre Konkurrenten zum Beispiel. Es ist lächerlich. Es ist pure Angst, das zu tun und die sieht man ihnen dann auch noch an. Niemand, der glücklich ist, greift andere an und macht sie schlecht. Jemand schlecht machen ist angreifen.
  • Hören sie auf zu glauben, dass sie Liebe, Anerkennung und Bestätigung von anderen brauchen. Es stimmt nicht. Es macht sie nur abhängig wie einen Drogenjunkie. Drehen sie den Spieß um und beginnen Liebe, Anerkennung und Bestätigung anderen zu geben.

Es wäre jetzt noch möglich seitenweise solche Empfehlungen weiter zu schreiben, aber ich denke, sie wissen mittlerweile, auf was ich hinaus will. Je schneller, dass sie den Opferzustand verlassen und ganz ehrlich auf ihre Eifersuchtsgedanken schauen, desto schneller erlangen sie ihre Freiheit von Schmerz und Leid zurück. Was dazu sehr hilfreich sein könnte, um ihre persönlichen Angstgedanken zu finden und aufzulösen, ist der Erfahrungsbericht über 3 Jahren mit THE WORK von BYRON KATIE. Viel Erfolg!

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