Erfahrungsbericht Angstzustände und Panikattacken

On 20. Januar 2017 by Admin

Da sie sich für diesen Erfahrungsbericht über „Angstzustände und Panikattacken“ interessieren, nehme ich an, dass sie selbst kürzlich die Erfahrung eines Angstzustandes oder einer Panikattacke gemacht haben, oder dass sie Zeuge einer Panikattacke eines Freundes, oder eines Familienmitgliedes wurden. Ich werde in diesem Erfahrungsbericht darauf eingehen, wie sie die Ursache (die Quelle) für die Angstzustände und Panikattacken finden und wie sie diese Ursache beseitigen können. Viel Spaß beim Erfahrungsbericht!

Was ist eine Panikattacke?

Eine Panikattacke ist ein Angstzustand, der durch Angstgedanken ausgelöst wird. Verliert man die Kontrolle über sein Denken, in dem man einen einzelnen Angstgedanken (z.b. Ich kann ohne meinen Partner nicht mehr leben) als Wahrheit akzeptiert, dann beginnt dieser Gedanke sich im Geist zu verbreiten, in dem er versucht Beweise zu finden, dass dieser Angstgedanke stimmt.

Die Konsequenz daraus ist, dass sich dieser Gedanke im Leben des Betroffenen überall zu bestätigen scheint. Man hat den Eindruck, diese Angstillusion ist völlig real. Es laufen die wildesten Bilder im Kopf ab. Hier zu ein paar Beispiele:

  • Nie mehr einen Partner zu bekommen
  • In den finanziellen Ruin zu schlittern
  • Unter einer Brücke schlafen zu müssen
  • Nie mehr Liebe zu erfahren
  • Von anderen verachtet zu werden uvm.

Hinzu kommt, dass diese Angstgedanken enorme Körperreaktionen in Gang setzen. Von Ohnmacht, Übelkeit, Krämpfen, Atemnot bis zum Gefühl, dass der Körper völlig verrückt spielt. Was man dabei wissen muss ist, dass der Körper einfach die ängstigenden Gedanken ausagiert.

Der Körper hat dabei dieselbe Rolle wie ein Sandsack für einen Boxer. Der Körper muss die Schläge (Angstgedanken und Angstgefühle) einstecken. Der eigene Körper wird völlig missbraucht.

Was ist die Ursache für eine Panikattacke?

Die Ursache ist relativ einfach: Der Betroffene führt Krieg gegen die Wirklichkeit. Was heißt das? Er will nicht akzeptieren und wahrhaben, dass das was gerade passiert, passiert. Er will die Wirklichkeit verleugnen. Was einfach ausgedrückt bedeutet: Er will seinen Traum leben, aber das „Hier und Jetzt“ hat etwas dagegen und stört seinen Traum.

Man kann sich das ganz einfach vorstellen. Sie schlafen und träumen davon, dass sie reich sind und ein wunderbares Leben führen. Plötzlich klingelt der Wecker und sie wachen auf und alles ist weg. Sie reiben sich die Augen und sind einfach nur enttäuscht, dass das nicht wirklich echt war.

Bei einer echten Panikattacke ist das nicht viel anders. Ich ziehe jetzt wieder das Beispiel von weiter oben heran, um ihnen das zu erklären. Sie planen ihr Leben, dass sie bis zum Lebensende mit diesem Partner in einer Ehe zusammenleben wollen.

Ganz einfach ausgedrückt, könnte man zu dieser Planung oder auch zu diesem Vorhaben sagen, dass sie träumen. Weil sie ja nicht wissen, ob ihnen die Realität in der Zukunft einen Strich durch die Rechnung machen wird.

An dem Punkt, wo man bemerkt, dass der Plan bedroht ist, beginnt der Terror im Geist. Und das Grausame daran ist, der Plan ist sofort und ständig bedroht. Das ist auch der Punkt, wo die Angstgedanken beginnen ständig Unbehagen zu erzeugen.

Die Panikattacke ist der Kampf Wirklichkeit gegen den Traum. Und sie wissen es bereits jetzt, was dabei als Ergebnis rauskommen wird. Sie werden verlieren. Der Traum, so wirklich er auch scheinen mag, kann gegen die Wirklichkeit nie gewinnen. Und das löst diese brutalen Angstgedanken aus und stürzt den Betroffenen in die Panik.

Es ist eigentlich verrückt, aber durch das Wirklich-machen-wollen des Traums (Plans) empfindet man ständig Angst. Weil der Traum von so vielen Ereignissen ständig bedroht werden kann. Wäre man in einem normalen (klaren Geisteszustand) dann würde man sich niemals so einen Traum antun.

Aber erzählen sie das mal den vielen verliebten Pärchen in dieser Welt. Das ist genau derselbe Vorgang. Die Welt in den ersten Wochen und Monaten scheint rosarot zu sein. Es ist eine völlige Wahrnehmungsverzerrung, die alle Widersprüche am Partner unsichtbar macht. Es ist wie blind sein für Negatives.

Was ich oberhalb bereits ausgeführt habe und ich hier nochmals betonen möchte ist, das Planen träumen bedeutet. Und das man sich durch das Planen das Tor für eine Panikattacke und Angstzustände ziemlich weit öffnet. Man bittet die Panikattacke förmlich zur Tür herein.

Kann man sich vor Panikattacken schützen?

Die Überschrift ist eine brutale Fangfrage! Denn der Schutz ist gerade das große Problem! Jeder, der hier irgendetwas schützt, ist bedroht! Wenn sie genau hinsehen bei den Menschen in ihrer Umgebung, dann werden sie feststellen, dass hier jeder permanent mit Angst zu tun hat. Die meisten Menschen sind den ganzen Tag über ständig in der Angst und sie sind es sich nicht bewusst. Sie können sich das nicht vorstellen? Bedauerlicherweise stimmt das wirklich.

Sogar wenn Menschen lachen, glücklich zu sein scheinen, tanzen und jubeln, ist die Angst da. Wie? Warum sollten sie da Angst haben? Die Angst ist der große Täuscher. Sie wiegt dich in Sicherheit und schlägt dann zu. Das Problem an der Freude, am Spaß und am Glück hier in dieser Welt ist, dass man es immer „an“ etwas hat. Und gerade das es etwas „anderes“ (Partner, Eltern, Auto, Liebe, Sex, Job usw.) ist, lädt die Angst ein.

Aber was ist, wenn dieses „etwas“ (Partner, Mutter, Vater, Kind, Auto, Haus usw.) plötzlich weg ist. Was ist wenn jemand glücklich tanzt und auf einmal erleidet der geliebte Partner plötzlich mitten auf der Tanzfläche einen Herzinfarkt und stirbt. Wie lange hält dann dieses Glück an? War es dann überhaupt jemals Glück? Sie wissen nämlich in keiner Sekunde was passiert.

Und wieviel Angst muss man da ausblenden. Man muss sich pausenlos ablenken und mit irgendetwas beschäftigen, damit man sich das ja nicht bewusst wird und genau das tun die meisten Menschen hier. Was sind Ablenkungen und welche Angst wird durch diese Ablenkung ins Unterbewusstsein verschoben, wo es geduldig auf das Ausbrechen wartet. Hierzu einige Beispiele:

  • Ablenkung „Gesunde Ernährung“
    • Versteckte Angst vor Krankheiten, Dicksein, Unattraktivität usw.
  • Ablenkung „Ehe“
    • Versteckte Angst vor dem Alleinsein, Liebesentzug, Einsamkeit, Anders-sein usw.
  • Ablenkung „Studium und Wissensansammlung“
    • Versteckte Angst vor Arbeitslosigkeit, Minderwertigkeit, Dummsein, Ausgegrenzt zu werden, unattraktive Jobs machen zu müssen usw.
  • Ablenkung „Schönheit und Eitelkeit“
    • Versteckte Angst vor Ablehnung, Verachtung, Nicht-akzeptanz, Hässlichkeit, Unattraktivität

Das waren jetzt nur einige ganz simple Beispiele. Mit diesen Beispielen möchte ich ihnen zeigen, wie man sich dadurch zum Spielball für die Angst macht. Nämlich hier in diesen Beispielen wird sichtbar, dass man sich eine Strategie zurecht gelegt hat, um sich mit diesen Ablenkungen (Gesunde Ernährung, Ehe, Studium, Schönheit usw.) blind für die unterbewussten Ängste zu machen.

In Wahrheit macht man sich gerade durch die Ablenkungen, die Ängste und Bedrohungen wirklich. Um das noch ein wenig zu verdeutlichen:

  • Wer keine Angst vor ungesunder Ernährung hat, den interessiert gesunde Ernährung überhaupt nicht
  • Wer keine Angst vor Ablehnung hat, für den ist Eitelkeit bedeutungslos
  • Wer keine Angst vor unattraktiven Jobs hat, für den ist jeder Job gleich
  • Wer keine Angst vorm Einsamkeit hat, der bindet sich nicht an einen Menschen, der ihm nicht gut tut

Um sich also von den Angstzuständen zu befreien, braucht man den Mut, um hinter die Ablenkung zu blicken. Man könnte es auch Ehrlichkeit nennen.

Wie finde ich nun den Ausweg und komme zu dieser Ehrlichkeit?

Der einzige Weg, wie man hier heil rauskommt ist, dass man sehr ehrlich zu sich selbst wird. Das hört sich jetzt sehr einfach an, aber das ist der schwierigste Teil überhaupt. Aber man hat keine andere Wahl. Diesen Teil kann man an niemand delegieren. An keinen Psychotherapeuten, keinen Arzt und keinen Berater.

Weil die Wahrheit kommt von einem selbst. Man muss beginnen sehr still zu werden und darauf zu achten, welche Angstgedanken in einem schlummern. Es ist eine Art Überprüfung, ob diese Angstgedanken wirklich stimmen. Nur die Überprüfung und dadurch die Berichtigung dieser Angstgedanken befreit einem daraus. Dadurch heilt man die Angstzustände aus.

Dieser Erfahrungsbericht nach 3 Jahren mit THE WORK von Byron Katie wird ihnen helfen, dass sie ihre Angstgedanken auf Wahrheit überprüfen können. Sobald sie feststellen, dass ein Angstgedanke nicht stimmt, lässt er sie los, weil sie ihn nicht mehr glauben können und die Angst verliert an Bedeutung. Viel Erfolg!

 

Comments are closed.