10in2 Erfahrungsbericht nach 200 Tagen intermittierendes Fasten

On 3. Oktober 2014 by Admin

Es sind 200 Tage (96 Nichtesstage) vergangen seit ich mit 10in2 intermittierendes Fasten begonnen habe. Mit meinem Erfahrungsbericht möchte ich ein Gegengewicht zu den Erfahrungsberichten auf einschlägigen Seiten abbilden, die doch sehr positiv gefärbt sind und den Eindruck hinterlassen, dass alles nur gut ist. Warum ich diesen Artikel auf meiner Homepage veröffentliche und nicht auf einer Abnehmplattform, möchte ich auch kurz erläutern. Mir geht es bei 10in2 nicht ums Abnehmen per se, mir geht es vielmehr um die Beobachtung von Gewohnheiten und die Veränderungen dadurch, die bei fast keinem anderen Thema besser dargestellt werden als bei der Ernährung. Es geht also um Willensstärke, Wahrnehmung von Bedürfnissen, Bewusstheit der Gedanken übers Essen und gesundheitliche Effekte.

Ich habe in den letzten Monaten sehr viel ausprobiert und ein wenig mit dieser Methode gespielt, um zu sehen, was passiert wenn man 1 Woche damit aufhört, was passiert wenn man es nur von Montag bis Freitag macht, was passiert wenn man nur 24 Stunden fastet und am Abend vor lauter Hunger wieder voll isst, was passiert wenn man nur 24 Stunden fastet und am Abend vor lauter Hunger nur einen kleinen Obstsalat isst. Ich habe deshalb viel ausprobiert, weil ich nie wirklich Gewichtsprobleme hatte. Es hat sich immer alles im Normalbereich abgespielt bei mir. Mal ein bisschen mehr, mal ein bisschen weniger. Dieses Buch unterhalb habe ich in Bezug auf 10in2 intermittierendes Fasten gelesen und es hat mir geholfen die Motivation aufrecht zu halten.

Was passiert, wenn ich mit 10in2 wieder aufhöre?

Diese Frage stellen sich sehr viele Menschen, die intermittierend Fasten, weil irgendwie ist es doch immer ein bewusster Akt des Verzichts am Nichtesstag und allein das Wort „Verzicht“ oder heute „muss ich wieder nullern“ machen den entscheidenden Unterschied aus. Wenn man in solchen Kategorien denkt, dann ist es besonders schwer, weil man unbewusst glaubt, dass man eigentlich essen will, was aber oft nicht stimmt. Besser und wahrheitsgemäß kann es lauten: Heute habe ich meinen Reinigungstag oder heute darf ich meinem Körper eine Pause von den Belastungen gönnen! Hört sich doch irgendwie besser an und entspricht bei mir in den meisten Fällen eher der Wahrheit.


Ok, nun zur Frage. Was passiert, wenn ich wieder aufhöre? Nehme ich dann wieder zu? Die Frage können Sie sich eigentlich gleich selbst beantworten. Sie sind das beste Beispiel. Wie war es vor 10in2. Hatten Sie da mehr Gewicht? Ja? Dann können Sie sich vorstellen, was passieren wird, wenn Sie wieder aufhören. Sie werden genau das und wahrscheinlich mehr zunehmen, wenn Sie mit 10in2 wieder aufhören. Unter der Prämisse, dass Sie nichts verändern an ihren Bewegungsgewohnheiten und der Nahrungsaufnahme. Warum vielleicht sogar mehr? Weil bei mir die Essensmenge an den Esstagen enorm angestiegen ist. Das war aber nur bei mir so, bei Ihnen ist es vielleicht anders.

Was natürlich Auswirkungen hat ist, wenn man mit 10in2 aufhört und 1-2 Fasttage pro Woche einlegt oder durch 10in2 sich bewusster ernährt und dadurch weniger und gesünder ist. Dann wird sich das Gewicht unter Umständen lange oder länger auf niedrigerem Level halten lassen.

Bei meinem Experiment habe ich 5 Tage ausgesetzt und hatte 2 kg mehr Gewicht. Trotz 1-2 Stunden pro Tag. Und das bei einem Körpergewicht von 62 kg und 178 cm Größe. Ich habe mich wirklich erschrocken, aber ich muss zugeben, dass ich wirklich enorm viel esse, wenn ich esse.

Ist es leichter, wenn man es bereits 200 Tage lang praktiziert?

Ehrlich gesagt, nein! Ich empfinde es manchmal als leichter, manchmal als schwerer. Ich dachte zu Beginn an den Routineneffekt, der nach 40 Wiederholungen einsetzt. Das heisst, dass es ganz automatisch abläuft und es sehr einfach wird. Es ist ein wenig leichter geworden, aber die Auseinandersetzung mit den Gedanken „iss jetzt was“ oder „Hunger“ oder „das wäre jetzt gut“ oder „belohn dich mit was Gutem“, kommen an jedem Nichtesstag. Diese genannten Beispiele sind aber dafür verantwortlich, dass ich 10in2 nicht aufgegeben habe. Ich liebe die Auseinandersetzung mit meiner inneren Stimme, weil ich weiß, dass sie in 99,9% der Fälle falsch liegt, daher kann ich sie auch nicht ernst nehmen, wenn sie mir sagt, dass ich es ohne Essen nicht mehr aushalte. Für mich ist eine weitere Übung relaxt und entspannt zu bleiben und mich nicht von solchen Einflüssen abhängig zu machen. Ich wachse quasi anhand von 10in2, weil ich mir meiner irreführenden Gedanken bewusst werde und ihnen mit Verständnis begegne, aber ihnen nicht nachgebe. So wie es ein Junkie tun würde, der glaubt sein Glück im nächsten Schuss zu finden. Ähnlich ist es beim Essen, da denkt man auch sein Glück im nächsten Essen zu finden. Wenn man dann gegessen hat, war es eigentlich schon schön, aber unspektakulär. Wie alles im Leben, was sich unser Verstand ausdenkt!

Gibt es Unterschiede an den Esstagen zu den Nichtesstagen?

Ja, die gibt es. Ich esse an den Esstagen eindeutig mehr als vor 10in2. Ich schätze ich esse 150%, wobei ich aber dazu sagen muss, dass ich pro Tag mindestens 1-2 Stunden Sport mache. Den Sport mache ich 365 Tage im Jahr, d.h. auch ganz normal an den Nichtesstagen ohne Probleme. Ein weiterer Unterschied ist, dass meine Ernährung eindeutig ungesünder geworden ist, seit 10in2. Da ist aber ein Ding, dass ich mit mir selbst ausmachen muss und nicht auf 10in2 schieben kann, weil ich den Gedanken von 10in2 glaubte, man kann am Esstag essen was man will. Das ist theoretisch richtig, aber mich hat das voll in meine Schoko- und Süssigkeitenneigung gebracht. Die es vorher schon gab, aber durch 10in2 wurde sie massiv verstärkt. Es stimmt natürlich, dass man essen kann was man will, wenn man es nur aufs Gewicht abgesehen hat, es erhöht sich dadurch nicht, weil man an den Nichtesstagen ohnehin 1000e Kalorien pro Tag einspart. Aber um das allein ging es mir nie.

Der wesentlichste Aspekt neben dem, dass ich häufig meinen Bauch mit zuviel Essen überstrapaziere ist, dass ich an den Nichtesstagen nicht gut schlafen kann und das seit Beginn von 10in2. Ich wache nach 3-4 Stunden Schlaf auf. Ich kann es noch nicht einordnen. Kann es möglich sein, dass 4 Stunden Schlaf ausreichend sind? Komisch. Glauben kann ich es nicht wirklich! Muss ich weiter beobachten.

Der Nichtesstag ist von meiner Performance in der Arbeit unglaublich. Ich halte oft 8 Stunden Seminare ab oder unterrichte an der Uni 10 Einheiten pro Tag und ich bin aufmerksamer, energievoller und noch motivierter als sonst. Dieser Effekt ist grossartig. An den Nichtesstagen fühlt man sich extrem mit sich verbunden und stark. Ich liebe diese Tage. Man spürt eine besondere Stärke und Energie in sich.

TIPP: An den Tagen, wo du keine Zeit für Bewegung hast, versuche wenigstens 5 Minuten Zeit für 100 Kniebeugen, 50 Liegestütz und 100 Situps aufzubringen. Wenn du diese Übungen machst, dann verändert sich die Kontur deines Körpers besser und Hauttaschen durch das Übergewicht werden durch Muskeln und straffe Haut ersetzt. Du brauchst dazu gar keine Geräte, kannst du zu Hause im Wohnzimmer machen. Ich habe mir nur für die Situps als Erleichterung dieses Gerät unterhalb zugelegt.

Was passiert, wenn man Nichtesstag nach 24 Stunden abbricht

Von den 96 Nichtesstagen habe ich ca. 10 mal nach 24 Stunden abgebrochen. Einige aus Versuchszwecken und andere weil meine Gedanken so stark wurden, dass ich sie geglaubt habe und ihnen dann nachgegeben habe und etwas gegessen habe. Da ich doch sehr viel reise und die Hälfte des Jahres nicht zu Hause bin, dachte ich mir, dass es gerade deshalb schwer sein würde. Es war genau umgekehrt, es ist leichter, sogar im Ausland. Was passiert nun, wenn man abbricht? Es ist absolut kein Problem und ich glaube, dass es keinen Menschen gibt, dem es nicht passiert. Was der Nebeneffekt daran ist, dass es körperlich einen Unterschied macht. Man fühlt sich anders am nächsten Tag und der Esstag hat keine besondere Bedeutung mehr. Es fühlt sich unecht an. Die Gewichtsreduktion verändert sich enorm. Diese 12 Stunden Fasten die einem dadurch fehlen sind Gold wert, wenn man abnehmen will. Daher ist es gerade am Anfang seiner 10in2 Karriere wichtig, dass diese abgebrochenen Fasttage zur Ausnahme zählen. Obwohl das Essen eines Obstsalats nach 24 Stunden fasten mit einer niedrigen Kalorienzahl zu Buche schlägt, es macht einen Unterschied aus.


Resümee nach 200 Tagen 10in2

Ich habe von ein paar Ernährungsexperten gelesen, dass sie davor warnen. Das halte ich nicht für notwendig. Denn die Effekte des Gewichtsverlusts und vermutlich auch einige Gesundheitseffekte werden dadurch erzielt. Was ich mir jedoch sehr gut bewusst machen musste ist, dass es nur dann eine großartige Methode darstellt, wenn man es auf ewig durchhält und man wird sehen wie vielen dies gelingt. Ich denke, dass die Anzahl sehr gering bleiben wird, weil wie zuvor erwähnt es auf die Betrachtungsweise ankommt. Sehe ich es als MUSS oder VERZICHT, dann wird irgendwann der Punkt kommen, wo ich nicht mehr kann oder mag. Sehe ich es als etwas Besonderes, um mich selbst besser kennen zu lernen, zu lernen und zu wachsen, dann ist es etwas Tolles. Wer jedoch glaubt, mit dieser Methode alle seine Probleme los zu sein, der greift sicherlich zu kurz. Es ist was es ist, eine Kalorienreduktion durch Fasten. Die Probleme und belastenden Gedanken, die zur Gewichtszunahme in der Vergangenheit geführt haben, werden dadurch nicht aufgelöst. Sie werden dadurch in eine andere Richtung verschoben. Auch wenn das Selbstbewusstsein durch das schönere, schlankere Spiegelbild kurzfristig steigt, wenn die Bewusstheit nicht ansteigt, dass alles OK ist, unabhängig der Kleidergrösse, dann ist nichts gewonnen. Viel Erfolg!

Comments are closed.